Die Arten der herkömmlichen Herstellung von Ansichtskarten

Historische Ansichtskarten
Alois Senefelder
(1771-1834)
auf einer Lithographie
Litographie
Die Lithographie (oder Steindruck) ist eine der ältesten Verfahren zur Vervielfältigung von Bildern und wurde 1798 vom österreichischen Schauspieler Alois Senefelder erfunden. Er entdeckte bei Versuchen, daß Plattenkalk mit Fettkreide oder Tusche beschrieben und mit Scheidewasserlösung geätzt, nur an den beschriebenen Stellen Druckfarbe annahm. Er nannte dieses Verfahren Steindruck. Erst ab 1803 bürgerte sich die französische Bezeichnung Lithographie für dieses Verfahren ein.

Die Herstellung von Karten mittels Farblithographie wurde 1837 für den französischen Lithograhpen Godefroy Engelmann unter dem Namen Chromolithographie patentiert. Die Farblithographie ist sehr aufwendig, denn für jede Farbe mußte eine eigene Platte präpariert und für ein einheitliches Bild extrem präzise justiert werden. Bis zu einundzwanzig Mal hintereinander musste gedruckt werden, um eine farbige Abbildung zu erhalten. Beim genauen Blick auf alte Karten, erkennt man noch heute die fein nebeneinander liegenden verschiedenen Farblinien, aus denen sich die Abbildung zusammensetzt. Farblithografien sind heute besonders begehrte Sammlerobjekte bei Ansichtskartensammlern.


Lithographiedruck


Bromsilberdruck
Bromsilberdruck wird auch als Rotationsfotografie bezeichnet und wurde ab 1892 zur Vervielfältigung von schwarz-weiß-Aufnahmen verwendet. Der Bromsilberdruck ähnelt der Fotografie. Spezielles auf Rollen gewickeltes und mit silberbromidhaltiger Gelatine beschichtetes Papier wird unter fest justierten Halbtonnegativen hindurchgezogen, belichtet, entwickelt und fixiert. Der Bromsilberdruck zeichnet sich durch hohen Detailreichtum und besonders feine Grauzeichnungen aus.

Der in den 1920er Jahren aufkommende Offsetdruck führte zu einer allmählichen Verdrängung des Bromsilberdrucks bei der Herstellung von Ansichtskarten.
Historische Ansichtskarten
Bromsilberdruck
um 1905

Historische Ansichtskarten
Offset-Verfahren
Offsetdruck
In den 1920er Jahren setzte sich der Offsetdruck bei der Herstellung von Karten durch. Der Offsetdruck war eine Weiterentwicklung der Lithographie. Statt der schweren und unflexiblen Steinplatten nutzte man biegsame Zinkplatten, zwischen die ein elastischer Gummizylinder gelegt wurde. Hier ist sowohl der Farb- wie auch Schwarz-Weiß-Druck möglich.

Die Vorteile im Offsetdruck liegen in der schnellen und preiswerten Herstellung der Drucksachen.

Zurück